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Wann ist der Mann ein Mann?
chris @ November 7, 2007
Leanne Payne schreibt in ihrem Buch über die Krise der Männlichkeit. Krieg, Gier, Herrschaft sind in unserer Vorstellung mit Männern verbunden. Zerrbilder der Männlichkeit haben wir zuhauf: Der allmächtige Patriarch, der unnahbare Pascha, der schweigende Buddha, der kalte Eisberg, der Emigrant, der müde Mann, der in Untreue sich flüchtende Mann. Feministische Autorinnen zerpflücken den letzten Rest männlicher Selbstachtung und kommen zum Schluss, die Welt wäre besser , wenn Männer so würden wie die Frauen.
Wir Männer haben ein dreifaches Problem:
- Wir fragen uns, bin ich wirklich ein Mann?
- Was ist das Ziel meines Mann-Seins?
- Auf welchem Weg erreiche ich dieses Ziel?
Und wir haben keine wirklichen Antworten dazu. Mit lächerlichen Behelfs versuchen wir unsere Mutlosigkeit zu überdecken. Die Autos und Ferien und Villen sollen zeigen, dass wir wirkliche Kerle sind. Hat etwa die Kirche mit ihrer schwammigen und einseitigen Darstellung der Männlichkeit geholfen?
An unerwarteten Orten stossen Männer auf uralte Weisheiten. So bin ich in einer Kirchgebäude Einweihungswoche an einen Abend gegangen mit Bier und Wurst und ebendiesem Thema.
Felix Ruther zeigt einen uralten und doch brandneuen Weg zu wirklicher Männlichkeit:
Männer werden wir nur, wenn wir beginnen männliche Spiritualität zu leben. Männliche Spiritualität ist Kraft. Aber der Mann erhält diese Kraft nicht aus sich selbst, auch nicht von seiner Frau. Gott ist die Quelle dieser männlichen Spiritualität. Die lebendige, persönliche Gottesbeziehung ist die Voraussetzung, der Motor, um männliche Spiritualität in uns zu entfalten.
Diese männliche Spiritualität zeigt sich in unserem Leben in vier Archetypen (symbolische Bilder menschlicher Urerfahrungen).
Zwei davon entwickeln sich normalerweise, ein dritter stellt sich im reifen Alter ein und den vierten müssen wir bewusst suchen und fördern. Die Zuordnung ist für jeden Mann individuell anders. Jeder Archetyp hat seine degenerierte Ausprägung, die immer dann auftritt, wenn Männer versuchen, Spiritualität losgelöst von Gott zu leben.
Vater, Patron, Patriarch, König. Es ist der Weg der Verantwortlichkeit. Solche Männlichkeit verströmt Sicherheit, schafft Raum für Entfaltung, verbreitet Klarheit und Recht, ermutigt, segnet.
Die Grundübung für meine Spiritualität: Segnen und ermutigen.
Das Zerrbild ist der Schwächling, der Tyrann.
Krieger, der wilde Mann. Es ist der Weg des Konkurrenzverhaltens. Wo kämpfe ich, wofür, mit welchen Mitteln? Habe ich Entschlusskraft? Laufe ich mit Disziplin auf das Ziel zu? Das Schwert dient zum Trennen oder Scheiden. Habe ich die Kraft, dieses Schwert zu handhaben? Wem diene ich in meinem Kampf. Wer nicht einem König untersteht, dessen Kampf verliert Berechtigung und strategische Leitung.
Die Grundübung: Disziplin im geistlichen Leben.
Das Zerrbild ist der Masochist oder Sadist.
Der Liebhaber, Heiler. Es ist der Weg der Verletzlichkeit und der Leidenschaft. Kann ich mich begeistern lassen? Lasse ich Nähe zu? Kann ich geniessen, leiden, weinen? Bin ich in meinen Beziehungen so nahe, dass ich dadurch auch verletzlich werde? Aus der leidenschaftlichen Beziehung mit Gott, aus dem erfüllt sein mit dem heiligen Geist, strömt Gottes Kraft in mein Mann Sein.
Die Grundübung: Bitten um den Heiligen Geist.
Das Zerrbild ist der impotente und der süchtige Liebhaber.
Der Gaukler, Prophet. Es ist der Weg der Unabhängigkeit. Wage ich es, zur Wahrheit zu stehen? Habe ich Risikobereitschaft? Halte ich die Wahrheit zurück. Kann ich unabhängig sein und mich exponieren, wenn es meine Überzeugung erfordert?
Die Grundübung: Gewissenserforschung und Beichte vor Menschen
Das Zerrbild ist der Verleumder Unschuldiger und der Manipulator.
Wirkliche Männlichkeit wird durch Initiation verliehen. Die alten traditionellen Wege der Initiation sind zerbrochen. Es ist nötig, neue zu entdecken und zu begehen. Jeder Mann ist herausgefordert, nicht nur seinen Weg der männlichen Spiritualität zu finden sondern dieses Geschenk auch anderen weiterzugeben. Das ist dann auch das gute Zeichen, dass wir dem Ziel, wirkliche Männer zu sein, schon sehr nahe gekommen sind.
Wir sind dann wirkliche Männer, wenn wir wenigstens drei der vier Archetypen männlicher Spiritualität leben